Doppel-Gold für Niklas Petri

Beitragsbild

Zum Saisonabschluss konnte das Kanu-Talent Niklas Petri noch einmal einen unerwarteten internationalen Erfolg einfahren: bei den Olympic Hope Games im polnischen Bydgoszcz gewann der 16-jährige im Zweierkajak über 500m und 200m. Mit dabei war als Verbandstrainer auch Joaquin Delgado vom Essener Bundesstützpunkt.

"O.k. die sehen zwar aus wie Bronze, sind aber Goldmedaillen" , erklärte Niklas Petri bei seiner Rückkehr von den Olympic Hope Games in Bydgoszcz/Polen am Bundesstützpunkt der KG Essen “ und hatte sie schnell parat, die beiden Goldstücke. Und die Freude über gleich zwei Husarenstücke bei den "Spielen des Nachwuchses" war ihm deutlich anzusehen. Denn eigentlich ohne große Erwartungen war er mit der deutschen Kanu-Nachwuchs-Flotte nach Polen gereist. Wusste er doch nicht, "was einen dort erwartet an internationaler Konkurrenz, wo man selber steht" . Die Heimreise an trat er dann mit zwei Siegen: im 500m- und 200m-Zweierkajak! Von den Erfolgen derart überrascht, gar überrumpelt, realisierte er erst nach der Siegerehrung, dass bei der Zeremonie die deutsche Nationalhymne gespielt worden war. Eine Wiederholung wäre da also für ihn mal durchaus wünschenswert. Auch Joaquin Delgado, Trainer am Bundesstützpunkt der KG Essen und gemeinsam mit dem Magdeburger Trainer Mark Zabel als verantwortlicher Bundestrainer des DKV für die Kajak-Herren vor Ort, war voll des Lobes, zumal die Kajak-Herren mit nahezu optimaler Medaillenausbeute die Rennen beendeten. "Es waren wirklich super Wettkämpfe und für mich als Trainer ein cooler Einsatz, bei dem mich so manche Leistung absolut beeindruckt hat. Da war sicher so mancher Aktive am Start, von dem man noch hören wird" . Damit dürfte er auch Niklas Petri gemeint haben, der mit seinen Partner eheblichen Anteil am deutschen Gesamterfolg hatte. Erst Ende Mai war Talent Petri nach einem neunmonatigen Aufenthalt in den USA wieder nach Essen gekommen. Einem Auslands-Jahr, in dem er wohl trainieren konnte, nicht aber unter solch optimalen Bedingungen wie am Essener Bundesstützpunkt. Bis zu den Deutschen Meisterschaften vor wenigen Wochen in München aber war er wieder ziemlich auf Kurs, was der Gewinn der Vizemeisterschaft im 200m-Einer unterstrich. "Ich hatte gar nicht gedacht, mich noch für die Olympic Hope Games qualifizieren zu können, aber empfehlen wollte ich mich bei der DM schon" , ließ Niklas die entscheidenden Taten folgen, war nun in Polen dabei. Und mit dem Deutschen 200m-Meister Dominik Greguric (Mannheim) reifte der Entschluss, gemeinsam gerne im 500m-Zweier starten zu können. "In der nur kurzen Vorbereitung hat man direkt gesehen, dass die beiden ein super Duo bilden, auf und neben dem Wasser. In den Rennen hat sich dieses Boot dann ohne Probleme durchgesetzt und im Finale vor Kasachstan und Portugal Gold gewonnen" , ließ Delgado die Siegesfahrt Revue passieren. Über 200m war Niklas Petri dann mit dem Berliner Jacob Schopf an den Start gegangen. Ein Boot, dem die Trainer schon in der Vorbereitung viel zutrauten. Und das im Vorlauf auch Bestzeit hinlegte. Im Finale aber dann von einem überaus schnellen Startkommando überrascht, kamen beide nicht gut weg und lagen schnell fast eine Bootslänge zurück. Im Sprint eigentlich nicht mehr wettzumachen. Aber Petri-Schopf gelang eine Aufholjagt vom Feinsten, die erneut mit Gold gekrönt wurde. "Das muss man erst einmal schaffen, über 200m so einen Rückstand aufzuholen. Das zeigt das Potential des Boots" , zollte Trainer Joaquin Delgado dem Duo auch in Essen noch einmal Respekt. Ohne große Erwartungen zu den Olympic Hope Games gereist und mit zwei Goldmedaillen zurück gekommen “ für Niklas Petri war es "der optimale Abschluss einer Saison, mit dem so nicht zu rechnen war" . Da machte es am Ende auch nichts, dass die Goldmedaillen etwas wie Bronze aussahen!